Zoran Milanovic hat in der Stichwahl um das kroatische Präsidentenamt einen klaren Sieg errungen und sich für eine zweite Amtszeit durchgesetzt. Mit fast 75 Prozent der Stimmen gewann der Kandidat der oppositionellen Sozialdemokratischen Partei gegen Dragan Primorac, den Vertreter der regierenden Kroatischen Demokratischen Union (HDZ), der auf rund 25 Prozent kam.
In seiner Rede nach der Wahl bedankte sich Milanovic bei den Wählern und sagte: „Danke Kroatien! Ich sehe diesen Sieg als Anerkennung meiner Arbeit in den vergangenen fünf Jahren und als Botschaft des kroatischen Volkes an diejenigen, die sie hören sollten.“ Milanovic, der von 2011 bis 2016 Premierminister war, wurde 2020 erstmals Präsident und setzte sich nun erneut durch. Obwohl er in der ersten Wahlrunde knapp gescheitert war, ging er als klarer Favorit in die Stichwahl.
Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 44 Prozent und damit etwas niedriger als in der ersten Runde. Milanovic hatte während des Wahlkampfs immer wieder seine Kritik an der Regierung von Premierminister Andrej Plenkovic geäußert und sich als Gegner der aktuellen pro-ukrainischen Politik positioniert. Obwohl er den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilte, sprach er sich gegen eine militärische Unterstützung des Westens für Kiew aus und kritisierte unter anderem das Programm, bei dem kroatische Soldaten in Deutschland ukrainische Soldaten ausbilden sollten.
Milanovic hatte in seiner ersten Amtszeit wiederholt Konflikte mit der Regierung und insbesondere mit Premier Plenkovic, der von Milanovic als „pro-russische Marionette“ kritisiert wurde. Trotz der Spannungen bleibt Milanovic eine zentrale Figur in der kroatischen Politik.




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