Der diesjährige Kritische Agrarbericht legt den Fokus auf „Wertschöpfung und Wertschätzung“ und fordert konkrete Schritte für eine nachhaltige Transformation der Landwirtschaft. Dabei geht es insbesondere darum, die landwirtschaftlichen Leistungen sowohl ökonomisch als auch gesellschaftlich angemessen zu honorieren. Dies wurde auch bei den Bauernprotesten des letzten Jahres deutlich.
Wachsende Sorgen um Seuchengefahr und Massentierhaltung
Ein zentrales Thema des Berichts ist die zunehmende Gefahr von Tierseuchen, insbesondere im Hinblick auf die Maul- und Klauenseuche in Brandenburg. Thomas Schröder, Präsident des Tierschutzbundes, betonte, dass bei der weit verbreiteten Tierhaltung mit hohen Beständen das Risiko eines großflächigen Ausbruchs sehr hoch sei. Auch der Agrarbericht kritisiert, dass die Zucht auf Höchstleistung die Widerstandsfähigkeit der Tiere schwächen könnte und fordert eine stärkere Berücksichtigung des Tierschutzes in der Zucht.
Verbindliche Lieferverträge und eine neue Förderpolitik gefordert
Das Agrarbündnis fordert ein Umdenken bei der Verteilung von Fördermitteln. Weg von pauschalen Flächenprämien hin zu einer gezielten Förderung von Gemeinwohlleistungen wie Klima-, Tier- oder Artenschutz. Xenia Brand, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, betont, dass Landwirte, die etwa ihre Milchkühe auf der Weide halten, langfristige und verlässliche Förderungen brauchen. Diese Art der Tierhaltung trägt erheblich zum Umbau der Landwirtschaft bei und sollte daher durch nachhaltige Finanzierung gestärkt werden.
Forderung nach Bürokratieabbau
Ein weiteres Anliegen des Berichts ist der Abbau bürokratischer Hürden in der Landwirtschaft. Dabei geht es vor allem um die Abschaffung unnötiger Dokumentationspflichten und einer starren „Kalender-Landwirtschaft“. Der Agrarbericht schlägt vor, Kommissionen zu bilden, die paritätisch aus Fachleuten der Agrarverwaltung und landwirtschaftlichen Betrieben bestehen, um praxisnahe Lösungen zu entwickeln.
Politischer Wille für Veränderung fehlt
Die Verfasser des Berichts stellen fest, dass es an Ideen und Konzepten für die Umgestaltung der Landwirtschaft nicht mangele, jedoch fehle es häufig an politischem Willen und der Finanzierung, diese umzusetzen. Hier will das Agrarbündnis einen Beitrag leisten, um die notwendigen Veränderungen voranzutreiben.
Fazit: Verantwortung für die Zukunft der Landwirtschaft
Der Kritische Agrarbericht fordert nicht nur eine grundlegende Umgestaltung der Landwirtschaft, sondern auch ein Umdenken in der Politik und Gesellschaft. Die landwirtschaftlichen Leistungen müssen endlich fair honoriert und die notwendigen Strukturänderungen in der Branche konsequent umgesetzt werden. Nur so kann die Landwirtschaft zu einer nachhaltigeren und gerechteren Branche werden.




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