Nach mehreren vermuteten Sabotageakten hat Schweden angekündigt, sich mit drei Kriegsschiffen und einem Überwachungsflugzeug an einem NATO-Einsatz zur besseren Überwachung der Ostsee zu beteiligen. Der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson erklärte, dass das Hauptziel der Mission der Schutz wichtiger Unterwasserkabel und die Beobachtung der Aktivitäten der russischen „Schattenflotte“ sei.
Kristersson betonte, dass Schweden und seine Nachbarn nicht länger bereit seien, „merkwürdige“ Vorkommnisse in der Ostsee zu tolerieren. Obwohl er bei einer Konferenz keine konkreten Schuldzuweisungen machte, ließ er keinen Zweifel daran, dass feindliche Absichten nicht ausgeschlossen werden könnten. Der Einsatz folgt auf wiederholte Vorfälle in der Ostsee, bei denen wichtige Infrastruktur beschädigt wurde.
Die NATO hatte zuvor bereits angekündigt, zwei Schiffe zur Überwachung der Infrastruktur in die Ostsee zu entsenden, wobei noch unklar ist, ob es sich um finnische Schiffe handelt. Insgesamt sollen rund zehn Schiffe an der Überwachungsmission beteiligt sein, die noch nicht offiziell von der NATO bestätigt wurde. Auch Polen und Estland haben verstärkte Maßnahmen zur Überwachung angekündigt.
Sabotageverdacht gegen russische „Schattenflotte“
In den letzten Monaten kam es wiederholt zu Schäden an unterseeischer Infrastruktur, insbesondere an Strom- und Kommunikationskabeln. So wurden zwischen Finnland und Estland im Dezember ein Stromkabel sowie mehrere Kommunikationskabel beschädigt. Die finnische Polizei verdächtigt den unter der Flagge der Cookinseln fahrenden Öltanker Eagle S, mit seinem Anker absichtlich Schäden verursacht zu haben. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Tanker zur russischen „Schattenflotte“ gehört, einer Gruppe von Schiffen, die Russland nutzt, um Sanktionen, die infolge des Ukrainekriegs verhängt wurden, zu umgehen.
Ein weiteres Beispiel für mutmaßliche Sabotage war der Vorfall mit dem chinesischen Frachter Yi Peng 3, dessen Besatzung für die Beschädigung von Kommunikationskabeln zwischen Finnland und Deutschland sowie Schweden und Litauen verantwortlich gemacht wird. Der Frachter war nach dem Vorfall monatelang im Kattegat zwischen Dänemark und Schweden vor Anker, bevor er seine Fahrt fortsetzen konnte. Der schwedische Minister für Zivilverteidigung, Carl-Oskar Bohlin, äußerte die Vermutung, dass der Anker des Schiffes auch für eine neu entdeckte Schleifspur an einem weiteren unterseeischen Kabel zwischen Schweden und Litauen verantwortlich sein könnte.
Verstärkter Schutz für kritische Infrastruktur
Angesichts der zunehmenden Bedrohung hat Schweden beschlossen, eine aktive Rolle bei der Sicherung der Ostsee-Infrastruktur zu spielen und mit der NATO zusammenzuarbeiten, um weitere Sabotageakte zu verhindern und die Stabilität in der Region zu gewährleisten.





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