Prinz Harry hat sich in seinem Rechtsstreit mit dem Verlag der britischen Boulevardzeitung The Sun auf einen Vergleich geeinigt. Dies umfasst eine Entschuldigung des Verlags und eine „substanzielle“ finanzielle Entschädigung. Die Vereinbarung wurde vor Beginn des zweiten Prozesstags bekannt gegeben.
Der Prinz und der ehemalige Labour-Politiker Tom Watson hatten der Sun vorgeworfen, illegal Abhörmethoden wie das Abhören von Sprachnachrichten eingesetzt zu haben, um Informationen über sie zu sammeln. Der Verlag hatte in der Vergangenheit solche Vorwürfe stets zurückgewiesen.
Entschuldigung und Entschädigung
Harrys Anwalt, David Sherborne, erklärte, dass der Prinz eine „vollumfängliche und unmissverständliche Entschuldigung“ von der News Group erhalten habe, die zu Murdoch’s Medienimperium gehört. Es ist das erste Mal, dass der Verlag das Fehlverhalten seiner Zeitung anerkennt. Die Entschuldigung bezieht sich auf das illegale Abhören und den Einsatz von Privatdetektiven durch die Sun, jedoch wird nicht zugegeben, dass man von den rechtswidrigen Aktivitäten wusste. Auch die Behauptung, dass Harrys Telefon abgehört worden sei, wurde nicht anerkannt.
Darüber hinaus erhält der Prinz eine „substanzielle Entschädigung“. Der Verlag entschuldigte sich auch für das Eingreifen in das Leben von Harrys Mutter, Prinzessin Diana, die 1997 verstorben ist. Der Verlag bedauerte den „Kummer“, den die Berichterstattung über sie verursacht habe.
Verlag entgeht intensiver Untersuchung
Mit der Einigung entgeht der Verlag einer ausführlichen gerichtlichen Untersuchung, in der es um die Details illegaler Praktiken innerhalb der Sun und die Frage, inwieweit das Management davon wusste, gegangen wäre. Die britischen Medien waren in den 1990er bis 2010er Jahren für ihre systematischen Abhörpraktiken bekannt, bei denen die Privatsphäre von Prominenten wie Schauspielern, Sportlern und Politikern verletzt wurde.
Vor diesem Vergleich hatten sich bereits zahlreiche andere Kläger wie Hugh Grant und Melanie Chisholm außergerichtlich mit dem Verlag geeinigt.
Harry fordert weiter Ermittlungen
Harrys Anwalt bezeichnete die Einigung als einen „monumentalen Sieg“ für seinen Mandanten und Watson. Er forderte weitere Ermittlungen durch Polizei und Parlament. Dies sei notwendig, um das kriminelle Verhalten der Sun und anderer Zeitungen aufzuklären.
Das Verfahren gegen den Herausgeber der Daily Mail steht noch aus und könnte 2024 fortgesetzt werden. Es bleibt unklar, ob Harry auch hier eine Einigung erzielen wird.





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