Ab Sonntag soll im Gazastreifen eine Waffenruhe in Kraft treten, die mehrere Wochen andauern wird. In Gaza feiern die Menschen diese Nachricht, doch in Israel bleibt das Bangen um die Geiseln. Wird die Waffenruhe tatsächlich gehalten? Und werden die Geiseln zurückkehren?
In Gaza wird die Nachricht von der Waffenruhe, auf die sich Israel und die Hamas geeinigt haben, mit Freude aufgenommen. „Gott ist groß“, singen die Menschen, und auch Anhänger der Hamas fahren fahnenschwenkend durch die Straßen. Haitham Dogmosh, ein Bewohner von Deir al-Balah, drückt seine Erleichterung aus: „Es ist ein sehr schönes Gefühl. Danke Gott, dass sie sich geeinigt haben und wir wieder nach Hause können. Aber viele unserer Häuser und Familien sind verloren.“
Trotz der Freude gibt es auch Trauer und Besorgnis. In den letzten Tagen vor Inkrafttreten der Waffenruhe befürchten viele, dass es zu weiteren militärischen Eskalationen kommen könnte. Auch in Israel gibt es Zweifel, ob die Waffenruhe tatsächlich halten wird.
Drei Phasen der Waffenruhe
Die Waffenruhe wird in drei Phasen unterteilt, die insgesamt sechs Wochen dauern sollen. In der ersten Phase sollen 33 Geiseln aus israelischer Gefangenschaft freigelassen werden, im Austausch gegen palästinensische Gefangene. Diese Geiseln sollen Frauen, Kinder, ältere Menschen und Verwundete umfassen. US-Präsident Joe Biden betonte, dass auch Amerikaner unter den freizulassenden Geiseln seien. Die israelische Armee soll sich in dieser Phase in eine Pufferzone zurückziehen.
Wann der Rest der 98 Geiseln freikommen wird, ist noch unklar. In den folgenden Phasen der Waffenruhe soll darüber verhandelt werden.
Geiselangehörige fordern mehr
In Israel gibt es unter den Angehörigen der Geiseln gemischte Gefühle. Viele fordern, dass alle Geiseln freigelassen werden, nicht nur 33. In Tel Aviv äußern Angehörige ihre Sorgen und Ängste. Yifat Calderon, deren 54-jähriger Cousin Ofer entführt wurde, sagt: „Ich freue mich, aber ich habe auch große Angst, ob es wirklich passieren wird. Ich weiß nicht, ob Ofer zurückkommt – lebendig oder tot.“ Für Calderon und viele andere ist es ein tägliches Bangen, bis die Waffenruhe endlich in Kraft tritt.
In Israel muss das Kabinett noch zusammentreten und der Oberste Gerichtshof angehört werden, bevor die Waffenruhe endgültig verabschiedet werden kann. Bis dahin bleibt die Ungewissheit groß.




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